Freitag, 1. Juli 2016

[So etwas Ähnliches wie eine Meinung] Die Verwandlung

Hallo ihr alle,

ich hatte vor kurzem (gestern) so einen Post zu 'Dantons Tod' geschrieben und so möchte ich nun auch einen Post über meine anderen Schullektüren schreiben. So kann ich meine Meinung zu den Büchern schreiben ohne eine 'richtige' Rezension zu schreiben. ;)
Es wird sehr wahrscheinlich gespoilert.

Autor: Franz Kafka
Titel: Die Verwandlung
Taschenbuch (50 Seiten)
Verlag: Hamburger Lesehefte Verlag

Der Titel sagt auch hier wieder Recht viel über den Inhalt aus und ich denke, dass ich nicht zu viel verrate, wenn ich euch sage, dass der Protagonist, Gregor Samsa, sich in einen Käfer verwandelt. Nicht nur heißt die Erzählung 'Die Verwandlung', auf dem Cover ist auch noch ein Käfer zu sehen. Das ist auch so ziemlich der Inhalt... Gregor verwandelt sich und muss damit leben... Es sind ja aber auch nur ungefähr 50 Seiten.

Wer ein Fan von Happy Endings ist, ist bei dieser Erzählung eher falsch... Wer es allerdings gut findet, wenn es kein Happy Ending gibt, der ist hier schon eher richtig. Aber diese Geschichte ist, meiner Meinung nach, eher unnötig... Viele andere haben gesagt, dass sie es eklig finden. Bei mir war es eher die Langeweile die mich von diesem Buch abstoßt. Es ist einfach fast nichts passiert...

Die Erzählung besteht aus drei Kapiteln. Gregor Samsa verwandelt sich schon im ersten Kapitel im ersten Satz. Das Buch ist aus der dritten Person geschrieben, damit alle Seiten beleuchtet werden können und nicht nur aus Gregors Sicht erzählt wird. So kann man als Leser nicht nur die Veränderung Gregors, sondern auch die Veränderungen seiner Familie verfolgen, die werden allerdings nicht zu riesigen Mistkäfern so wie er...

Wie schon gesagt, passiert nicht wirklich viel. Was dann noch dazu kommt, ist dass die Familie sich immer blöder benimmt. Es ist mir schon klar, dass es nicht so einfach ist einen Mistkäfer als seinen Sohn oder Bruder anzuerkennen, aber wenn man schon einsieht, dass er es ist, dann kann man sich doch wohl ordentlich um ihn kümmern und Gregor hatte ja wirklich versucht es seiner Familie recht zu machen. Ich finde seine Familie einfach nur ignorant und unhöflich. Sobald Gregor nicht mehr arbeiten kann, wird er links liegen gelassen. Aber das ist meine Meinung.

Alles in allem hatte die Erzählung ein paar interessante Seiten, aber unterm Strich war es eigentlich nur langweilig, da kaum etwas passiert ist, was bei 50 Seiten aber auch kein großes Wunder ist.

Musste/Durfte von euch auch noch jemand dieses Buch/diese Erzählung lesen? Wie fandet ihr es?
Liebe Grüße,
Marianne

3 Geblubber:

Lioba hat gesagt…

Gelesen hab ich es nie – aber vor ein paar Monaten wurde es bei uns in der Stadt als Theaterstück aufgeführt. Eine phänomenale Inszenierung! Gregor Samsa wurde von zwei Männern gespielt, die dann im Chor gesprochen haben. Außerdem gab es auf der Bühne einen kleinen Modellbau des Zimmers mit einem Plastikkäfer, der dann von den beiden Schauspielern immer wieder bewegt wurde. Das kleine Zimmer wurde mit einem Projektor an die Wand projiziert, sodass man das auch noch in der letzten Reihe sehen konnte. Richtig klasse umgesetzt. Ich hab hinterher mal in das Buch reingeblättert und verblüfft festgestellt, dass die Schauspieler tatsächlich das gesamte Buch im Wortlaut vorgetragen haben. Also diese Inszenierung gehört zu den Besten, die ich bisher gesehen hab ;)
Liebe Grüße
Lioba

Charlie hat gesagt…

Ich stehe mit Kafka absolut auf dem Kriegsfuß. Er hat ja viel in Parabeln und mit jeder Menge Symbolik geschrieben und ich kann Bücher nicht leiden, die man gefühlt totanalysieren uss, bis man sie versteht. Soweit ich das verstanden hab, geht es in "Die Verwandlung" generell um Beziehungskonflikte innerhalb der Familie (vor allem mal wieder Kafkas Vaterkomplex) und die Verwandlung selbst ist mal wieder nur Symbolik. Ich fand es auch extrem langweilig.

LG,
Charlie

Elli hat gesagt…

Ich stehe total auf Kafka! Ich mag seinen wirren Schreibstil mit den vielen Gegensätzen und seine Psychoanalysen sehr. Was ich an "Die Verwandlung" besonders gelungen fand, ist, dass lediglich im ersten Satz erwähnt wird, dass sich Samsa in einen Käfer verwandelt hat. Später ist davon nie nochmal die Rede. Würde man den ersten Satz also überspringen, sähe man das komplette Buch in einem ganz anderen Licht. Und die Kürze ist klassisch für das Format des Werkes - und auch ein Pluspunkt. Bei "Der Prozeß" hat sich Kafka mal an einem Roman versucht und ich sage dir, der ist teilweise WIRKLICH langweilig ;)

Liebe Grüße,
Elli

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